Von Traumpartner, Arschengeln und anderen Kreaturen

Von Traumpartnern, Arschengeln und anderen liebenswerten Kreaturen

Rosarote Wolken und das Objekt der Begierde

Unser erstes Verliebtsein – war das nicht fantastisch!? Wir waren durch und durch erfüllt von diesem magischen Gefühl, dass wir die ganze Welt um uns herum vollständig ausgeblendet hatten und doch zeitgleich beinahe jeden in unserem Vollrausch umarmen wollten.

In unserem Liebestaumel schien es, als würde unser Körper in einer anderen Frequenz vibrieren, die uns in eine Parallelwelt beamte, in der unser Fokus ausschließlich auf das Objekt der Begierde gerichtet war – den Traumpartner!

Unser gewohntes Umfeld verblasste dabei vollständig und uns sonst so wichtige Dinge wurden urplötzlich belanglos. Wurde unsere Liebe von unserem Objekt der Begierde dann noch erwidert, verloren wir vollständig den Verstand und schwebten durch ein Land voller rosaroter Wolke. Unsere Gebete wurden vom Universum erhört und wie aus dem Nichts wurden all unsere Träume wahr!

Da war er nun – der Traumprinz oder die Traumprinzessin. Jetzt waren wir gerettet und unser Leben würde sich in eine farbenfrohe Hollywood Romanze verwandeln!

So schien es zumindest.
Auf den ersten Blick.

Der schnarchende Traumpartner

Jahre später wachten wir eines morgens neben unserem schnarchenden nach Schweiß riechenden „Traumpartner“ auf, und fragten uns ob vielleicht irgendetwas schief gelaufen ist in unserem Leben. Neben den körperlichen Ausdünstungen und der nächtlichen Geräuschkulisse schien es, als hätten wir uns Lichtjahre voneinander entfernt. Es war beinahe so, als würden wir in unterschiedlichen Universen bewegen und nur über eine dünne Schnittstelle von alltäglichen Wiederholungsmustern und Belanglosigkeiten miteinander kommunizieren können.

Wir waren doch so verliebt! Und wo war sie jetzt – die Liebe?

Nicht wenige von uns haben über all die Jahre eine innere Liste von den Dingen angefertigt, die uns an unseren Partnern stören. Andere fühlen sich als Opfer der Umstände und nörgeln permanent über die Ungerechtigkeiten, die ihnen ihr Partner antut, herum. Entweder tun sie dies still und leise, oder sie projizieren ihren inneren Frust auf aktuelle Misstände in der äußeren Welt. Wiederum andere arrangieren sich mit den gewohnten, wenn auch unschönen Gegebenheiten und schalten ihr Herz dabei über die Jahre vollständig aus.

Kurz – das einstige Objekt unser Begierde hat sich im Laufe der Zeit so gezeigt wie es wirklich ist.
Und irgendwie scheint sich unsere romantisierte Traumwelt in Luft aufgelöst zu haben.

Selbstreflektion in der Ausnüchterungszelle

Was jetzt? War es das mit unserem Beziehungsleben? Wenn es mit diesem Partner nicht klappt, wird sicherlich irgendwo da draußen ein neuer Traumpartner auf uns warten, oder!?

An dieser Stelle macht es Sinn einmal tief Luft zu holen, und sich folgende Fragen zu stellen:

Sind wir uns bewusst, was wir wirklich wollen?

Sind wir uns bewusst, wer wir wirklich sind?

Wären wir bereit zu erfahren, wer unser Partner in Wirklichkeit ist?

Und sind wir überhaupt schon soweit, eine authentische Partnerschaft zu leben?

Wenn wir ganz ehrlich zu uns sind, dürfen wir erkennen, dass wir uns selbst in unserem Beziehungsleben nur sehr selten, oder beinahe gar nicht reflektiert haben. Unseren Verstand, den wir während unserer heißen Phase des Verliebtseins verloren hatten, blieb verloren. Doch unser Herz starb über die Jahre mit ihm.

Ja na klar, wir waren am Anfang noch ein Beziehungs-Greenhorn. Doch haben wir uns in all den Jahren wirklich weiterentwickelt? Und sind wir nicht noch immer ein Greenhorn und projizieren unsere frühkindlichen Vorstellungen von einer Partnerschaft in unser Beziehungsleben? (https://patricknehls.de/warum-kaum-ein-mensch-aelter-als-9-jahre-alt-ist-eine-ohranalyse/)

Wenn wir nun bereit sind uns an dieser Stelle unsere Unreflektiertheit und Blindheit einzugestehen, haben wir den ersten Schritt in Richtung Heilung gemeistert. Nun wird es höchste Zeit für ein paar Wochen in der Ausnüchterungszelle zu verweilen, um uns selbst in unserem Herzen zu begegnen.

Der Weg zurück in die Liebe – der Weg zurück zu uns

Über die Liebe wurden ja bereits tausende Bücher geschrieben und tausende Filme gedreht. Und doch ist sie für uns Menschen immer noch ein großes Rätsel. Wir verwechseln leicht Verliebtsein mit Liebe, stürzen uns auch gerne völlig schmerzfrei in Beziehungen hinein und wundern uns oftmals im Laufe der Zeit, warum so Vieles darin schief läuft.

Gibt es überhaupt harmonische Partnerschaften? Und wenn das bei uns aktuell nicht der Fall ist, besteht noch die Chance auf eine vollkommene Beziehung?

Bei einer nüchternen Betrachtung der Umstände wird uns schnell klar, dass es bei uns bereits an den oberen 4 Fragen scheitert. Wir wissen weder was wir genau wollen, noch wissen wir wer wir in Wirklichkeit sind. Nicht selten versuchen wir dann noch unsere Welt vollständig auf unseren Partner zu übertragen, ohne dabei sein Wesen und seine Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Als Krönung schließlich boykottieren wir genau das, was wir uns am meisten wünschen – eine authentische Beziehung. Denn diese würde voraussetzen, dass wir lernen dürfen unsere inneren Bedürfnisse mit unseren teilweise sehr unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen zu synchronisieren. Es würde auch bedeuten, dass wir uns nach und nach unseren inneren Dämonen stellen müssten, um diese schließlich zu entlassen. Wir dürften auch erst einmal lernen eine harmonische Beziehung zu uns selbst aufzubauen.

Anders gesagt führt uns der Weg in die Liebe durch unsere tiefsten Abgründe, welche wir am meisten fürchten. Dabei geht es zunächst überhaupt nicht um ein Objekt der Begierde. Die Begierde stirbt in diesem Prozess vollständig, da sie aus einer inneren Trennung entspringt. Genauso stirbt das, was wir Persönlichkeit nennen, da wir keine Personen sind. Die Liebe selbst ist ein entpersonifizierter Bewusstseinszustand, in dem wir Seelen uns auf der Seelenebene in der gleichen Schwingungssignatur „wieder“- erkennen.

Von Traumpartnern, Arschengeln und anderen liebenswerten Kreaturen

Unser Verliebtsein ist somit ein Wiedererkennen der Grundschwingung unserer eigenen Seele im Antlitz eines bereits vor der Geburt gewählten Partners. Dies erklärt den oben beschriebenen Vollrausch. Unser Traumpartner erscheint uns als ein Engel und Arschengel zugleich, da er die Aufgabe hat unsere inneren karmischen Wunden zu triggern. Somit ist unser ursprüngliches Verliebstsein die Ausgangsbasis für einen Entwicklungsprozess zurück in den Urzustand unserer Seele – die Liebe.

Dies ist das gewählte Erfahrungsfeld einer jeden Seele in einem dreidimensionalen Zeit-Raum-Gefüge, welches auf der physischen Ebene in der Interaktion zwischen Yin und Yang das kosmische Gesetz von Saat und Ernte erfahren möchte.

Oder einfacher gesagt, wenn unser Partner sich zu einem Arschengel verwandelt, möchte er uns (oftmals unbewusst) im wahrsten Sinne in den Hintern treten, damit wir eines Tages unsere Komfortzone verlassen und den Weg zurück zur uns selbst wählen. Haben wir dieses Prinzip einmal verstanden, verstehen wir auch, warum es soviel mehr dieser Engel in unserer Familie und unserem Umfeld gibt. All diese liebenswerten Kreaturen folgen dem gleichen Prinzip.

Und das Allerschönste an dieser Geschichte ist, dass alle unser wundersamen Partner und Familienmitglieder inklusive unserer Lernprogramme in unserem eigenen Gesicht geschrieben stehen.

Wir tragen den Wegweiser der Liebe immer mit uns.

Es ist unser Gesicht.

Und fassen wir eines Tages den Mut unser Gesicht zu betrachten, dann werden wir all den liebenswerten Kreaturen auf unserem Weg dankbar sein.

Sie waren die Helfer auf unserem Weg.

Auf dem Weg in die vollkommene Beziehung, die irgendwo da draußen in der Welt sehnsüchtig auf unser Erscheinen wartet.

Die perfekte Beziehung leben
https://visionary.academy/die-vollkommene-beziehung-face-reading-seminar/
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