Am Abgrund – der totale Zusammenbruch meines Lebens (Nini´s Geschichte)
Hätte … Vor einem Monat, da verlief Nini´s Leben noch normal. Es kam ihr zumindest so vor.Doch vor drei Wochen sollte sich schlagartig alles für sie ändern.
Am Abgrund, der totale Zusammenbruch meines Lebens, der Tiefschlaf ist vorbei, die Zeichen deuten, die Hölle auf Erden, Nichts geht mehr,
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Am Abgrund – der totale Zusammenbruch meines Lebens (Nini´s Geschichte)

Hätte …

Vor einem Monat, da verlief Nini´s Leben noch normal. Es kam ihr zumindest so vor.

Doch vor drei Wochen sollte sich schlagartig alles für sie ändern.

Hätte Sie vorher gewußt was da auf sie zukommen würde, hätte sie aus der heutigen Sicht alles dafür getan die Zeichen zu deuten und sie hätte viel früher einen anderen Weg eingeschlagen. 

Doch sie verbrachte Jahre ihres Lebens in einem Tiefschlaf und dachte sogar, dass genau dies ihr Leben sei und alles richtig und gut war wie es war.

Nichts geht mehr

Alles begann damit, dass man ihr beim Einkaufen das Portemonnaie geklaut hatte. Der Tag startete eh schon extrem anstrengend. Dunkelgraue Regenwolken drückten auf Nini´s Gemüt, als sie sich an diesem Montagmorgen durch den dichten Verkehr qäulte. Auf der Fahrt zur Arbeit war der Stau noch stockender als üblich und es kam schließlich zum absoluten Stillstand. Nini´s Nerven lagen blank und ihre Blase schien zu platzen, während sie sich Meter um Meter den Weg zur Firma erkämpfte. So erschien sie schließlich zwei Stunden zu spät und völlig erledigt bei der Arbeit. Seit Jahren ärgerte sie sich schon über die morgendliche Tortour durch den dichten Verkehr, doch in letzter Zeit wurde das Autofahren immer unerträglicher. Die Menschen auf den Strassen schienen verrückt zu werden und waren massiv aggressiv. Ihr gruselte bei dem Gedanken, sich noch viele weitere Jahre diesen Umständen hingeben zu müssen.

Im Büro war die Stimmung schließlich nicht besser. Es herrschte bereits eine hektisch gereizte Atmosphäre und fragende Blicke begegneten ihr auf dem Weg in ihre Abteilung. Auf Nini´s Tisch lag eine Nachricht – ihr Chef müsse sie am Nachmittag unbedingt sprechen, es sei wichtig. In ihr stieg ein mulmiges Gefühl hoch, doch sie konnte es nicht zuordnen. Der Vormittag ging rasch vorbei und Nini erledigte im Eiltempo ihre Aufgaben. Für die Mittagspause hatte sie nicht viel Zeit, und so entschied sie sich schnell im Supermarkt um die Ecke etwas zu Essen zu organisieren. Und dort musste es irgendwie passiert sein. Wahrscheinlich hatte sie in der Eile ihr Portemonnaie in irgendeinem Regal abgelegt. An der Kasse schließlich wurde ihr das Dilemma bewusst. Wo war das Portemonnaie? In ihrer Aufregung hatte sie das ganze Personal aufgescheucht, mit dem nüchternen Ergebnis, dass es nirgendwo aufzufinden war. Das fehlte ihr nun auch noch.

Hungrig und mit leeren Händen ging sie wieder zurück ins Büro. Die Aussicht all Ihre Papiere neu besorgen zu müssen, ärgerte sie. Das Mittagsmeeting war dann der nächste Höhepunkt. Vier Mitarbeiter waren schon seit Wochen dauerkrank und was noch viel schlimmer war, vor einem Monat hatte einer einen Herzinfarkt und ein anderer fiel letzte Woche zu Hause einfach tot um. Nini´s Abteilung war drastisch geschrumpft und die eh schon in den letzten Jahren immer hektischeren Arbeitstage wurden unerträglich. Obwohl Nini eine leitende Position in der Firma hatte, wurde sie zunehmend mit lästigen Kleinigkeiten und Nebenbaustellen konfrontiert, die gar nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehörten. Sie konnte den Stapeln auf ihrem Schreibtisch nicht mehr gerecht werden und erledigte vieles nur noch reflexartig. Doch noch unerträglicher war ihr cholerischer Chef. Ach ja, das Meeting mit ihm … ihre Handflächen schwitzten und ihr leerer Magen schien sie auszusaugen. Schließlich kam sie mit weichen Knien in seinem Büro an. 

Zu ihrer Überraschung betrachtete er sie eher mitfühlend als wütend. Das irritierte sie noch viel mehr. Liebevoll, ja fast väterlich blickte er sie an und überbrachte die Botschaft des Tages. Nini´s Abteilung müsse in den nächsten 4 Monaten aufgelöst werden. Das war eine Ansage aus dem Management. Er könne da auch nichts machen. Und leider sähe das Management keine Chance für Nini, weiter im Unternehmen arbeiten zu können. Sie hatten Nini wirklich in den letzten Jahren sehr geschätzt und sie bedankten sich auch für ihren unermüdlichen Einsatz. Wenn sie es wünschte, würden sie das auch positiv in ihrem Arbeitszeugnis vermerken. Doch für Nini sei bereits in 8 Wochen Schluß, so seien ja nun mal die Bedingungen in den modernen Arbeitsverträgen.

Das Licht in Nini´s Augen zog sich zurück und ihr war, als hätte jemand ihren Lebensstecker gezogen. Alles hing an diesem Job. Nini war alleinerziehende Mutter und einen vergleichbaren Job mit diesem Einkommen zu erhalten, wäre in ihrer Branche unmöglich. Sie wollte ihrem Chef irgendetwas sagen, doch es kam nur ein unverständlich Gestammel aus ihr heraus. In diesem Moment durchbrach die Sekretärin des Chefs die Stille, übergab ihm ein wichtiges Telefonat und er klopfte Nini beim Herausgehen noch einmal wohlwollend auf ihre Schulter.

Den Rest des Tages war ihr, als wäre sie nicht sie selbst. Phlegmatisch erledigte sie ihre Aufgaben, doch sie fühlte sich innerlich komplett ausgehöhlt. Kopfschmerzen gesellten sich dazu und das leichte Pfeifen auf dem linken Ohr, welches sie in den letzten Wochen schon begleitete, verstärkte sich und krönte somit diesen finsteren Tag. Als sie schließlich  Abends zu Hause ankam, lag ihre Tochter keuchend im Bett. Lili hatte sich eine fette Erkältung einfangen und lag mit hohem Fieber danieder. Zittrig kochte Nini für die beiden eine Kraftbrühe, als das Telefon klingelte. Ihre Mutter war am Apparat. Papa war Nachmittags ins Krankenhaus gekommen. Er hatte schlecht Luft bekommen. Bei dieser Nachricht gaben Nini´s Beine nach und sie sackte in sich zusammen. Sie konnte nicht mehr. Das wars – sie war völlig am Ende.

Die Hölle auf Erden

Das dieser Tag erst der Anfang der grausamsten Woche ihres Lebens war, war ihr nicht klar. Sie fühlte sich, als hätte sich das ganze Universum gegen sie verschworen, um es ihr so richtig zu zeigen. Ausgerechnet ihr, die sie doch immer lieb zu allen war. Ihr, die niemals einer Fliege etwas zu Leide tun würde. Ihr, die es allen gerecht machen wollte, die sich für andere einsetzte und sich immer für andere zurückgenommen hatte. Ihr, die sich nur nach einem Leben in Glück, Fülle und Frieden sehnte. 

Wo war die Gerechtigkeit? Was hatte sie falsch gemacht? Nicht nur, dass das letzte Jahr schon schlimm genug war, als ihr Mann sie wegen einer anderen verlassen hatte, nein, jetzt brach ihr ganzes Leben komplett auseinander. Und so kam es, dass sich Nini´s leichtes Piepen in dem Ohr sich zu einem lauten Dauergekreische verstärkte, ihr Ex plötzlich auf die Idee kam rechtlich wegen des Sorgerechts um ihre Tochter gegen sie vorzugehen, und ihr Vater in dieser Woche verstarb. Sie war mittendrin – in der Hölle auf Erden. Das Glück hatte Nini komplett verlassen. Ihr Leben war im Arsch. 

Der Tiefschlaf ist vorbei

Beim Face Reading erkannte Nini, dass sie im Grunde schon seit vielen Jahren geschlafen hatte. Alle Zeichen im Gesicht deuteten auf diesen Kollaps hin. Wie die allermeisten Menschen auch machte sie ihr Augen und Ohren zu, und klammerte sich aus einer tiefen unbewussten Angst (https://patricknehls.de/in-der-gefangenschaft-deiner-angst/) an einem Konstrukt fest, von dem sie glaubte, dass dieses ihr Leben sei. Doch nicht nur die Zeichen im Gesicht zeigten Nini alles auf, sondern auch die Abfolge ihrer so scheinbar katastrophalen Woche erzählte ihr genau, worum es die ganze Zeit ging. Nini dachte, sie wäre das Opfer der Umstände gewesen, doch in Wirklichkeit war sie die Schöpferin. Doch ihre ganze Schöpfung basierte einzig und allein auf ihrer Angst.

Die heile Welt – eine brüchige Fassade

Die Wirklichkeit war, dass Nini schon seit Jahren im Job gar nicht mehr wirklich glücklich war. Doch sie legte es sich alles so zurecht, dass sie glaubte, eine leichte Unzufriedenheit sei ja normal. Schließlich jammerten alle ihrer Kollegen schon lange Zeit auf hohem Niveau, und Nini redete sich ein so schlimm sei es doch gar nicht. Der Job gab ihr bei dem Gehalt ein Gefühl von Sicherheit, und sie brauchte das Geld um zu überleben.

Während Nini von sich erzählte, veränderte sich der Blick in ihren Augen. Eine Erkenntnis stieg in ihr hoch, dass sie sich die ganze Zeit selbst betrogen hatte. Ihr Leben war so weit weg von dem was sie sich einmal vor langer Zeit erträumt hatte, dass ihr fast übel wurde. Genau wie ihre beiden sehr unterschiedlichen Gesichtshälften aufzeigten, lebte sie ein Leben in völliger Verzerrung. Sie wurde in eine Gesellschaft hineingeboren, in der sie ständig ihre Stärke und Leistung demonstrieren musste. Schwächen waren nur etwas für Verlierer und diese durften nach Außen lieber keiner sehen. Als Erfolgsfrau gab sie sich taff und innere Zweifel und Ängste wurden erfolgreich unterdrückt. Ihre ernüchternde Erkenntnis in diesem Moment war, dass sie alles nur auf einer Fassade aufgebaut hatte. Sie stellte nach Außen etwas dar, was nur einem illusionären Konzept eines Lebens entsprach. Ihre heile Welt war lediglich eine oberflächliche Maskerade und diese war im letzten Monat komplett zusammengebrochen.

Die Zeichen deuten

Im Rückblick auf die schlimmste Woche ihres Lebens wurde ihr klar, dass diese äußeren Katastrophen nur ein Abbild ihrer inneren Katastrophen waren. Ihr Ärger während des morgendlichen Staus zeigte ihr auf, dass sie tief im Inneren eigentlich gar nicht mehr zur Arbeit fahren wollte. Der Stillstand zeigt ihr auf, dass sie in den Stillstand gehen sollte, um in die Ruhe zu kommen, Kraft zu tanken und auf ihre innere Stimme hören sollte. Die aggressiven Menschen im morgendlichen Verkehr zeigten ihr, dass es den allermeisten Menschen nicht anders ging wir ihr, sich alle komplett verzerrten und ihre Gefühle durch eine aufsteigende Aggressivität als letztes Ventil zum Ausdruck brachten. Bei genauer Betrachtung spürte sie ja selbst den Ärger und die Ohnmacht in sich. Diese Atmosphäre spiegelte sich schließlich auch in der gereizten Stimmung im Büro, in dem sich alle Kollegen schon Lichtjahre von sich selbst – von ihrem Menschsein – entfernt hatten. 

Der Diebstahl ihres Portemonnaies schließlich zeigte ihren totalen Identitätsverlust auf. Es musste erst ein Dieb kommen, um ihre Pseudo – Identität zu rauben. Sie selbst hätte diese freiwillig nie abgegeben. Beim Face Reading ist ein Dieb die letzte Instanz, die als Geschenk in dein Leben tritt, damit du deine Verzerrungen ins Gleichgewicht bringen kannst. Nini hatte an diesem Morgen einen Pickel am äußeren unteren Rand des rechten Auges – den Dieb.

Die fehlenden, kranken und plötzlich verstorbenen Kollegen zeigten noch einmal auf, dass mittlerweile bei allen Menschen die Fassaden zusammenbrechen und sinnbildlich für Nini die Einschläge immer näher kamen. Das reflexartige Abarbeiten von Aktenstapeln waren Anzeichen einer kollabierenden herzlosen Systemstruktur, in der der kosmische Punkt der Zersplitterung schon übertreten war. Das gesichtslose Management, welches kalt, distanziert und technokratisch aus dem Hintergrund agierte, spiegelte das komplette Abschneiden von allen Gefühlen und vom Menschsein wider. Ihre Kündigung schließlich spiegelte den Kollaps, da sie nicht freiwillig lange zuvor kapituliert hatte. Dieser Machtverlust war die Krönung, da ihr Job auf Ohnmacht, Angst und Kontrolle aufgebaut war. Ihre Hauptmotivation in diesem Job zu bleiben, war die sogenannte Sicherheit, die sich jetzt in Luft auflöste. Im Gesicht zeigt sich dieses Thema z.B. bei Pigmenten im Bereich der Wangenknochen oder auch den Nasolabialfalten.

Das Fieber ihrer Tochter zeigte ihr, dass das Feuerelement den Virus – ihre Angst – mittlerweile schon auf der Herzebene (ihrer Tochter) bekämpfte. Mit dem Tod ihres Vaters wurde ihr ein weiterer Halt genommen. Der plötzliche Verlust ihres geliebten Vaters, der als das männliche Prinzip die Schöpfung darstellt, zeigte erneut ihre (Ohn-)macht auf und den Verlust ihrer ursprünglichen herzbasierten Schöpferkraft. Ihr Vater zeigte auch, ohne dass sie das zunächst verstand, die Transformation – den Übergang von einem in den anderen Zustand durch den Tod – einen heilsamen Weg für sie selbst auf, in dem sie alles Alte einfach loslassen könnte. Wäre dem nicht so, dann wäre ihr Vater zu einem ganz anderen Zeitpunkt gestorben.

Der Betrug ihres Mannes im letzten Jahr zeigte ihr ihren ständigen Selbstbetrug auf. Er hatte sie anschließend verlassen, da sie sich selbst schon längst verlassen hatte. Und die nun folgenden Rechtsstreitigkeiten zeigten das Thema ihrer innere Korruption auf, da sie ihre ganze Existenz auf Angst aufgebaut hatte. Im Gesicht zeigt sich dieses Thema bei Pigmenten im Bereich überhalb der Schläfen.

Das I-Tüpfelchen bildete ihr Tinitus, der sich schon lange Zeit vor seinem Erscheinen durch Falten im Ohrläppchen und vor dem Ohr angekündigt hatte. Da sie auf die sanfte innere Stimme ihrer Seele nicht hörte, musste ihre Seele sie nun regelrecht in einem Dauermodus anschreien, damit sie endlich aufwachte.

Neustart – die erfüllende Befreiung

Und das war Nini jetzt. Nini war aufgewacht. Alle ihre Falten, die sie die letzten Jahre versucht hatte zu kaschieren, zeigten ihr nun den Lösungsweg auf – den Weg ihrer wahren Bestimmung. Als sie das erkannte, war sie unendlich dankbar. Alle ihre aufgesetzten Ego-Masken einer erfolgreichen Geschäftsfrau fielen von ihr ab. Darunter kam ihr wahres Gesicht zum Vorschein. Und das war wunderschön. Tränen der Erleichterung spülten ihre alten Schatten davon und nun wusste Nini wirklich worum es ging.

Erfüllt mit neuer Kraft und Klarheit machte sie sich auf ihren Weg – und folgt seit dem den Pfad ihres Herzens.